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Wiederkehren

Eine Bewegung, die sich selbst gleicht, bezieht sich auf nichts außerhalb von sich selbst. Sie bestimmt sich in sich selbst. Jedes ihrer Momente gleicht jedem anderen. Das Gleichen eines Moments mit den anderen Momenten ist dessen Identität. Diese Identität des Bewegungsmoments wird im Hören als Ton wahrgenommen.

Das Gleichen mit den anderen Momenten ist wechselseitig. Es ist zugleich ein Gleichen mit sich selbst. Identität bedeutet Gleichen mit sich selbst im anderen.

Das Moment erscheint isoliert betrachtet als etwas Stehendes, als Gegenstand, als Entität. Es ist aber das Moment der Bewegung. Dies zeigt sich im Ton ebenso wie im eigenen Leben.

Die Momente unterscheiden sich im Gleichen, das heißt sie kehren ineinander wieder. Jedes Moment kehrt in jedem anderen Moment der Bewegung wieder. Die Hörwahrnehmung des Wiederkehrens ineinander heißt Harmonie. Das Zusammengehören der Momente im Ganzen heißt nach dem griechischen Wort für Ordnung Kosmos.

Das Ganze ist geschlossen. Was außerhalb davon liegt, kann sich in der Wahrnehmung von Harmonie nicht eröffnen: es unterscheidet sich absolut. Es ist ein Einzelnes, das in einem anderen Einzelnen wiederkehrt, und diesem daher im Gleichen zugeordnet werden kann. Die Zuordnung heißt Funktion. Eine Zusammenstellung von Einzelheiten zu einem funktionalen Zusammenhang heißt System. Die systematische Abbildung von Welt ist das Weltbild.

Die Identität des Einzelnen ist ein Sprung zwischen Unterscheiden vom anderen und Gleichen mit ihm. In ihm springt jedes für sich als es selbst an. Der Zusammenhang, der sich daraus von selbst ergibt, heißt Welt. Der Herkunft des Wortes nach bedeutet dies so viel wie Menschenzeit. Die Identität des Menschen kommt ihm in Unterscheiden und Gleichen mit den anderen Momenten von Welt zu. Individualität bezeichnet nicht, was jedes Einzelne für sich ist, es bedeutet Unteilbarkeit. Das Einzelne ist, was es im Sprung zwischen sich und dem anderen ist.